Mein Erasmussemester in Trondheim

Jetzt bin ich schon seit fast einem ganzen Monat hier. Unglaublich, wie schnell die Zeit verfliegt! Deswegen möchte ich euch jetzt endlich mal ein bisschen informieren, wie es mir hier oben so geht und wie ich meine Tage verbringe 🙂 

Die Stadt

Trondheim ist die drittgrößte Stadt Norwegens, trotzdem hat sie gerade mal 180.000 Einwohner. Sie liegt direkt an der Mündung des Flusses Nidelva ins Meer, und ist einfach so unglaublich schön. Als ich auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt gefahren bin, hab ich mich direkt verliebt in den Fjord, die Landschaft und die vielen bunten Häuser.

1/3 der Einwohner Trondheims sind Studenten, das spiegelt sich wirklich überall wider. Im Oktober startet hier das größte Kulturfestival Norwegens, die UKA (dt: die Woche). Dieses Festival findet nur alle 2 Jahre statt, dauert 3,5 Wochen und wird von Studenten auf Freiwilligenbasis organisiert. Neben großen internationalen Acts wie Major Lazor oder Wiz Khalifa, wird es auch viel norwegische Kultur, Parties und Vorträge zu sehen geben. Ich freue mich ganz besonders, dass auch ich ein Teil der UKA sein darf und ich bin schon ganz gespannt was mich die nächsten Wochen erwarten wird. Am Freitag fahren wir beispielsweise für zwei Tage auf eine Hütte und am Sonntag findet ein  großer, formeller Ball statt.

 

Mein Studium

Wie ihr ja vielleicht wisst, studiere ich Medizin (normalerweise in München) und bin inzwischen in meinem fünften Jahr angelangt.  Man kann in Norwegen nur an vier Universitäten Medizin studieren und die Universitätsklinik St. Olav hat einen sehr guten Ruf. Das Lehrsystem ist etwas anders zum deutschen System, man hat jede Woche zwei Tage Unterricht am Patientenbett und die Möglichkeit am Nachmittag noch auf Station oder im OP zuzusehen. Wir sind auch nur etwa 60 Studenten pro Semester, was die Lehre um einiges persönlicher und auch leistungsorientierter macht. Lediglich die Patientengespräche sind noch etwas schwierig, da ich ja noch nicht so gut Norwegisch spreche, aber glücklicherweise ist immer ein Norweger zum Übersetzen zur Hand. 

Ab nächster Woche habe ich 4 Wochen Pädiatrie (Kinderheilkunde) und ich werde gleich zu Beginn auf der Neugeborenenintensivstation sein. Ich freue mich schon sehr darauf, was mich dort erwarten wird 🙂

 

Training

Eine meiner großen Befürchtungen vor dem Start meines Auslandssemesters war,  dass ich mein Training nicht mehr richtig durchziehen könnte oder Unsummen für eine Studiomitgliedschaft ausgeben müsste. 

Glücklicherweise haben sich diese Befürchtungen beim ersten Blick in die beiden Fitnessstudios des Unisportes in Luft aufgelöst. 

Die Norweger sind allgemein sehr sportlich, das spiegelt sich direkt im Gym und dessen Ausstattung wider. Hier gibt es wirklich nur das „wichtige“ Equipment, ausreichend Squatracks, viele Freihanteln und Bänke,die richtigen Maschinen und mehrere Kabeltürme. On top gibt es Gürtel in allen Variationen, Black- und Foamrolls und TRX  und das Ganze für  gerade Mal 25€ pro Monat. 

Die Atmosphäre ist auch der Hammer: ausschließlich Studenten, die (fast – ein paar Ausnahmen gibt es ja immer – bestimmt Ausstauschstudenten 😉 ) alle hart und mit super Ausführung trainieren. In so einer Gesellschaft zu trainieren ist wirklich so motivierend! 

Zum perfekten Glück fehlt mir hier eigentlich nur noch ein Trainingspartner. Am Anfang war es wirklich ungewohnt alleine zu trainieren und obwohl ich mich inzwischen damit abgefunden habe, kann einen guten Trainingspartner einfach nichts ersetzen. Kein Spotter, niemand, der einem die Form verbessert und einfach eine Hälfte #teamMA, die mir beim Training fehlt. Außerdem hab ich gar keine Trainingsfotos mehr, die ich mit euch teilen kann :D. 

 

Friluftsliv

Friluftsliv bedeutet übersetzt so viel wie: „Leben an der frischen Luft“ und ist mehr oder weniger das Lebensmotto der meisten Norweger. Wenn man die unglaubliche Landschaft und Natur hier sieht, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Der typische Sonntag einer norwegischen Famile besteht in einer „Fjelltur“, einer Bergtour. Und wenn die kleinsten Familienmitglieder noch nicht laufen können, dann werden sie einfach in den Tragerucksack gepackt und auf geht’s. Das ist auch etwas, was ich ganz wunderbar finde, so viel Leben spielt sich hier draußen ab und auch wenn es mal regnet, kriegen die Kinder halt eine Regenhose an und spielen weiter. 

Letzten Sonntag hatten wir unserer erste kleine Fjelltur. Wir sind mit dem Bus aus der Stadt rausgefahren und haben die Storheia erklommen, den höchsten Gipfel der Bymarka. 

War zwar nur eine kleine Tour mit ca. 3 Stunden, aber für den Anfang wirklich sehr schön und wir hatten einen unglaublichen Ausblick.

Am Gipfel hat es dann zwar  geregnet, aber nach 10 Minuten war der Himmel schon wieder weitestgehend blau, wie ihr auf den Bildern sehen könnt.

Morgen steht schon die nächste Tour an, heute Abend werden die Vorbereitungen getroffen 🙂

Für mich geht es jetzt gleich ins Gym zum Rückentraining, ich hoffe euch gefällt der Beitrag und ihr seid gespannt auf Updates aus Trondheim 🙂

Fühlt euch gedrückt und habt ein schönes Wochenende!

Eure Anna

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s